M U S I C

Kalt



Mir ist kalt. So kalt.

...

hm. sturmfrei. schlafen. fernsehen. rauchen. essen. viel essen. hm.
ich bin müde, ich weiß nich wieso. schlafe viel.
komisches leben.

was ein merkwürdiger blog. aber spiegelt doch genau das wieder, was ich denke. auch komisch.

irgendwie bin ich viel zu alt. ich bin dagegen, dass ich älter werd. lass dagegen demonstrieren. is doch auch überflüssig, das älter werden, oder nicht?

aber irgendwie muss es ja. alles muss. ich bin gegen müssen. ich muss auf's klo.

fertig.
7.9.09 21:29


KurzeGeschichte



Sie beobachtete, wie der Rauch aus ihrem Mund sich langsam ausbreitete und schließlich vom Wind fortgetragen wurde. Wolken schoben sich vor die Sonne, die bis dahin noch voller Sarkasmus lächelnd auf sie herabgeschaut hatte. Sie fröstelte und zog ihren Mantel enger.
Was hast du nur getan?
Mit einem leisen Rascheln löste sich ein bräunlich vergilbtes Blatt und segelte zu Boden.
Ach was, es ist seine Schuld!
Energisch warf sie ihre Zigarette auf die Betonplatten und trat sie aus. Ein kühler Wind zog durch die herbstlich bunten Bäume und wehte ihr langes Haar ins Gesicht. Nachdenklich strich sie es zurück hinter ihr Ohr.
Und was ist mit mir? Natürlich habe ich etwas damit zutun, ich habe es zugelassen!
Wie zur Bestätigung gab eine Krähe auf einem benachbarten Ast ein kurzes Krächzen von sich. Der Winter würde den Herbst bald ablösen, es musste einer der letzten Vögel hier sein. Vielleicht wurde er ja verstoßen, seine Artgenossen müssten schon längst auf dem Weg zur Sonne im Süden sein. Diese Vorstellung der Vermenschlichung eines Raben zeichnete ihr Gesicht mit einem verbitterten Lachen.
Er kann nicht annähernd etwas so Dummes getan haben wie ich. Wie hätte er das auch tun sollen? Eine weitere Frage ist, warum ich es getan habe. Vermutlich gibt es darauf keine passende Antwort. Geschweige denn eine Lösung.
Plötzlich löste sich angesichts dieser aussichtslosen Lage unerwartet eine einzelne Träne aus ihrem rechten Auge. Sie hinterließ eine senkrechte Spur auf ihrem Gesicht und tropfte schließlich auf den Boden zwischen ihren Füßen. Weitere Tropfen gesellten sich zu ihr; keine Tränen, sondern kalte, erbarmungslose Regentropfen. Aber die waren ihr jetzt egal. Sie spürte sie nicht einmal. Sie spürte nichts mehr außer diesem Gefühl der Aussichtslosigkeit. Und der Schuld.
Gepackt von einer plötzlichen Müdigkeit ging sie in die Knie und sackte schließlich im nassen Gras zusammen. Sie schloss die Augen und, von einer tiefen Dunkelheit umgeben, wünschte sie sich, sie würde nie mehr aufwachen.
Der Regen prasselte laut auf den Asphalt. Kleine Rinnsale bildeten sich und wuchsen zu Pfützen an. Auf einem benachbarten Ast ließ eine Krähe ein kurzes Krächzen verlauten, spreizte ihre Flügel und flog davon.


(Bezogen auf den Eintrag vom 28.06. // geschrieben am 28.06.09)
7.9.09 21:51



























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